
Samsung gibt nicht auf, die Kinosäle zu revolutionieren. Während des diesjährigen CinemaCon in Las Vegas präsentierte das Unternehmen die neueste Version des Samsung Onyx LED-Bildschirms, einer Technologie, die das Potenzial hat, klassische Projektoren ins Abseits zu schicken.
Statt Lampe und Objektiv – ein modularer LED-Bildschirm mit einer Diagonale von bis zu 20 Metern. Ohne Leinwand, ohne ausgebleichte Farben und ohne Probleme mit der Helligkeit. Onyx ist einfach ein riesiger LED-Fernseher, der an der gesamten Wand des Raumes montiert werden kann. Klingt futuristisch? Klar. Aber diese Technologie gibt es schon seit einigen Jahren – Samsung begann bereits 2017 mit den ersten Tests von Onyx, nur dass sie jetzt die neueste Generation zeigen – viel heller, flexibler und bereit für HDR und 120 Bilder pro Sekunde.


300 Nits Helligkeit und echtes Schwarz
Der neue Onyx-Bildschirm kann bis zu 300 Nits Spitzenhelligkeit erreichen, also fast dreimal so viel wie z.B. Dolby Cinema (108 Nits). Zum Vergleich – klassische Kinoprojektoren erreichen oft nicht einmal die Hälfte dieses Wertes. Das führt zu einer besseren Sichtbarkeit von Details, helleren Szenen und stärkeren HDR-Effekten – etwas, das auf einem klassischen Kinobildschirm einfach nicht möglich ist. Die Onyx-Technologie basiert auf echten LED-Modulen und nicht auf LCD-Technologie – das bedeutet, dass jeder Punkt unabhängig leuchtet, was volle Kontrolle über den Kontrast ermöglicht, echtes Schwarz sieht hier wie Schwarz von einem guten OLED aus, und nicht wie ein grauer Schatten auf einer Projektionsleinwand.
Modularität und Flexibilität
Die neue Version von Onyxa wird in vier Standardgrößen erhältlich sein: 5, 10, 14 und 20 Meter Breite – aber aufgrund der modularen Konstruktion kann sie leicht an die spezifischen Abmessungen des Raumes angepasst werden. Es stehen verschiedene Bildverhältnisse (2.39:1 und 1.85:1), verschiedene Pixeldichten (von 1.25 mm bis 5 mm) und die Möglichkeit der Installation sogar in kleineren, Boutique-Kinos zur Verfügung.
Kino ohne Projektor – macht das Sinn?
Obwohl die Technologie beeindruckend aussieht, ist es erwähnenswert, dass bislang nur wenige Filme höhere Bildraten nutzen, die Samsung bewirbt (bis zu 120 fps). Sogar so große Produktionen wie Avatar: Der Weg des Wassers wurden maximal mit 48 Bilder/s gezeigt. Die meisten Filme werden hingegen weiterhin im klassischen 24 fps produziert – weshalb das Potenzial des neuen Onyx nicht immer voll ausgeschöpft wird. Dennoch wächst das Interesse. Pixar plant, seinen kommenden Film Elio genau auf den Onyx-Bildschirmen in HDR-Version zu zeigen und lobt die Technologie für Farbtiefe und Detailgenauigkeit, die zuvor in Kinos nicht erreicht werden konnten.
Und zum Snack... Papierbildschirme?
Auf der CinemaCon stellte Samsung auch etwas weniger Spektakuläres, aber durchaus Praktisches vor – farbige E-Paper-Bildschirme, die klassische Papierplakate, Schilder und Banner in Kinos ersetzen sollen. Sie sind dünn, leicht, energieeffizient und – was interessant ist – sie können aus der Ferne aktualisiert werden. Wir haben bereits früher darüber berichtet, und jetzt sind sie tatsächlich am Stand von Samsung in Form von Schildern mit dem Kino-Programm und… Werbung für Popcorn angekommen. Vielleicht eine kleine Sache, aber sie zeigt, dass der Hersteller nicht nur an den Kinosaal denkt, sondern auch an das gesamte Erlebnis rund um die Vorstellung.
Der erste Saal mit dem neuen Onyx-Bildschirm wird bereits in diesem Herbst in Arizona im Cannon Beach-Komplex (LVL 11 Entertainment) eröffnet. Bisher ist nichts über die Planungen zur Einführung dieser Technologie in Europa bekannt, aber wenn die neue Generation ankommt, könnte dies der Beginn größerer Veränderungen in der gesamten Kinobranche sein.